Die Vision hinter HydroBloc® Integral 575
Große Entwicklungen beginnen nicht immer mit einer spektakulären Erfindung. Manchmal beginnen sie mit einer einfachen Frage: Wie können wir die tägliche Arbeit auf der Baustelle leichter, sicherer und zuverlässiger machen?
Genau diese Frage stand am Anfang von Integral. Wir wollten kein weiteres Injektionsharz entwickeln. Wir wollten ein Material schaffen, das typische Fehlerquellen reduziert, Abläufe vereinfacht und dem Verarbeiter auch unter schwierigen Baustellenbedingungen mehr Sicherheit gibt.
Wenn Theorie auf Baustellenrealität trifft
Auf dem Papier erscheinen mehrkomponentige Injektionssysteme häufig unkompliziert: Komponenten bereitstellen, exakt dosieren, gründlich mischen und innerhalb der vorgegebenen Zeit verarbeiten. Doch eine Baustelle ist kein Labor.
In der Praxis herrschen Zeitdruck, Lärm, Schmutz, Feuchtigkeit und wechselnde Temperaturen. Mehrere Arbeitsschritte laufen gleichzeitig, Wasser dringt in das Bauwerk ein und Entscheidungen müssen schnell getroffen werden. Unter diesen Bedingungen kann bereits eine kleine Unachtsamkeit große Auswirkungen haben.
Wie schnell wird eine Komponente falsch dosiert? Wie leicht wird die B-Komponente oder der Beschleuniger vergessen? Was geschieht, wenn das Mischungsverhältnis nicht exakt eingehalten wird oder das bereits angemischte Material schneller reagiert als erwartet?
Solche Fehler entstehen nicht zwangsläufig durch mangelnde Erfahrung. Sie entstehen, weil komplexe Systeme unter rauen Bedingungen zusätzliche Risiken schaffen. Unsere Überzeugung war deshalb klar: Wenn sich Fehler durch das Materialkonzept vermeiden lassen, sollten sie gar nicht erst möglich sein.
Die Geburtsstunde von Integral
Aus dieser Überzeugung entstand die Vision eines Injektionsharzes, das bereits alles enthält, was es für seine sichere Reaktion benötigt. Keine zweite Harzkomponente, die auf der Baustelle im richtigen Verhältnis zugemischt werden muss. Kein zusätzlicher Beschleuniger, der vergessen oder falsch dosiert werden kann. Kein unnötiger Mischvorgang, der Zeit kostet und neue Fehlerquellen eröffnet.
Integral steht für integriert – für alles in einem.
Das Ziel war ein verarbeitungsfertiges Injektionsharz, das direkt eingesetzt werden kann und seine Reaktion an die tatsächlich vorhandene Feuchtigkeit im Bauwerk anpasst. Ein Material, das nicht nur technisch leistungsfähig ist, sondern auch versteht, was Verarbeiter auf der Baustelle wirklich brauchen: Einfachheit, Sicherheit und Verlässlichkeit.
Das war die Geburtsstunde der Integral-Technologie.
Das erste Integral: HydroBloc® Integral 575
Das erste Produkt, in dem diese Vision Wirklichkeit wurde, war HydroBloc® Integral 575. Ein gebrauchsfertiges, einkomponentiges, hydrophiles Polyurethan-Injektionsharz, das mit Feuchtigkeit reagiert, dabei aber keine störende Schaumstruktur bildet.
Integral 575 härtet zu einer homogenen, elastischen Masse aus. Es verbindet einfache Verarbeitung mit einer technischen Leistungsfähigkeit, die weit über die ursprüngliche Aufgabenstellung hinausgeht.
Vor rund 20 Jahren konnten selbst wir noch nicht vollständig absehen, was in diesem Material steckt. Die ursprüngliche Vision war, Injektionsarbeiten einfacher und weniger fehleranfällig zu machen. Doch mit der Zeit zeigte sich: Integral 575 kann nicht nur Arbeitsabläufe vereinfachen. Es kann die Art verändern, wie wir über Injektionsharze und dauerhafte Abdichtung denken.
Ein Material, das sich an die Situation anpasst
Feuchtigkeit ist in einem Bauwerk selten gleichmäßig verteilt. Ein Bereich kann aktiv Wasser führen, während wenige Zentimeter weiter nur geringe Feuchtigkeit vorhanden ist. Integral 575 reagiert auf genau diese Unterschiede: Bei starkem Wasserkontakt reagiert es schneller, bei geringerer Feuchtigkeit langsamer.
Diese Anpassungsfähigkeit schafft einen entscheidenden Vorteil. Wo Wasser schnell gestoppt werden muss, beschleunigt sich die Reaktion. Wo mehr Zeit für die Verteilung des niedrigviskosen Harzes benötigt wird, bleibt es länger fließfähig. Da im Bauwerk Feuchtigkeit vorhanden ist, ist die sichere Reaktion gewährleistet.
Das Material zwingt der Baustelle nicht einfach einen starren Reaktionsablauf auf. Es reagiert auf die Bedingungen, die es tatsächlich vorfindet.
DPI: Abdichtung entlang des gesamten Wasserwegs
Eine Abdichtung ist nur dann dauerhaft, wenn nicht lediglich die sichtbare Austrittsstelle verschlossen wird. Entscheidend ist, den Wasserweg möglichst vollständig zu erfassen.
Durch sein feuchteabhängiges Reaktionsverhalten kann sich Integral 575 unter geeigneten Bedingungen tief in Rissen und Hohlräumen verteilen. Dieses Prinzip nennen wir DPI – Deep Penetrating Injection. Das Ziel ist eine durchgängige Abdichtung vom Injektionspunkt bis zur Wassereintrittsstelle.
Damit wird nicht nur das sichtbare Symptom behandelt. Der Weg des Wassers selbst wird zum Bestandteil des Abdichtungskonzepts.
Adaptives Quellen: Schutz, der nach der Aushärtung weiterwirkt
Betonbauwerke bewegen sich. Temperaturschwankungen, Setzungen und Lastwechsel können selbst einen erfolgreich verpressten Riss später geringfügig verändern und erneut einen Wasserweg öffnen.
Integral 575 bleibt nach der Aushärtung elastisch und kann bei erneutem Wasserkontakt sein Volumen um bis zu 120 % vergrößern. Dieser Quellvorgang ist reversibel: Geht die Feuchtigkeit zurück, nimmt auch die Quellung ab. Kommt das Material später erneut mit Wasser in Kontakt, kann es wieder aufquellen.
Das ist kein einmaliger Schaumeffekt während der Reaktion. Es ist eine wiederkehrende, adaptive Materialeigenschaft. Das ausgehärtete Harz bleibt in der Lage, auf veränderte Feuchtigkeitsbedingungen zu reagieren. Da das Material selbst kein Wasser enthält, fällt es beim Trocknen nicht unter sein ursprüngliches, ausgehärtetes Volumen.
Mehr Effizienz – weit über die Verarbeitung hinaus
Die ursprüngliche Idee, Fehler zu vermeiden, führte zu Vorteilen, die heute den gesamten Arbeitsprozess prägen.
- Keine Mischfehler: Als gebrauchsfertiges 1-Komponenten-Harz benötigt Integral 575 kein Mischungsverhältnis zwischen A- und B-Komponente.
- Einfachere Abläufe: Weniger Vorbereitungsschritte bedeuten einen schnelleren und übersichtlicheren Arbeitsbeginn.
- Weniger Materialverluste: Restmengen müssen nicht zwangsläufig sofort verarbeitet werden, wie es bei einem bereits angemischten Mehrkomponentensystem der Fall wäre.
- Weniger Lagerhaltung: Ein vielseitiges Produkt ersetzt bei vielen Standardanwendungen mehrere unterschiedliche Harze.
- Mehr Flexibilität: Integral 575 eignet sich unter anderem für Risse, Arbeitsfugen, Kiesnester, Injektionsschläuche und den direkten Wasserstopp.
So wurde aus einer technischen Idee auch eine wirtschaftliche Lösung: weniger Produkte, weniger Komplexität und mehr Sicherheit im täglichen Einsatz.
Aus einer Idee wurde ein Meilenstein
Heute, rund zwei Jahrzehnte später, steht HydroBloc® Integral 575 für weit mehr als ein einzelnes Produkt. Es steht für eine Haltung: Technik muss nicht komplizierter werden, um besser zu sein. Wirkliche Innovation zeigt sich dort, wo Leistungsfähigkeit und einfache Anwendung zusammenkommen.
Was mit dem Wunsch begann, Dosier- und Mischfehler zu vermeiden, entwickelte sich zu einer Technologie mit adaptivem Reaktionsverhalten, Deep Penetrating Injection, reversiblem Quellen und einem außergewöhnlich breiten Anwendungsspektrum.
Am Anfang stand eine Idee. Heute wissen wir: Integral 575 war ein Meilenstein – und ein Gamechanger in der Injektionstechnik.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Geschichte: Die besten Innovationen entstehen nicht, weil man ein Produkt entwickeln möchte. Sie entstehen, weil man ein echtes Problem lösen will.

Die Integral-Technologie kennenlernen
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Weitere Informationen: www.arcan.biz | office@arcan.biz



















